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9. Jesus stirbt

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Wieder ist ein Tag vorüber gegangen. Primus und Markus haben beschlossen, noch einen kurzen Spaziergang durch die Gassen zu machen, bevor Primus sich auf den Weg zurück zu seinem Zimmer macht. Der Tag war lang und es war heiß. Nun genießen die beiden alten Männer den kühlen Wind. Der Himmel leuchtet noch leicht rosa. Am Horizont geht die Sonne unter.
Markus hat seinen Geschichtenbeutel wieder an seinem Gürtel verknotet. Bei jedem Schritt hört man ein leises Klicken oder ein reibendes Knirschen in dem kleinen Lederbeutel. Primus hält seinen Beutel in der Hand: „Möchtest du noch eine Geschichte hören?“, fragt er Markus. „Es ist eine traurige Geschichte. Aber ich finde, sie passt gut zu diesem Abend heute.“ Markus nickt. „Ich glaube, du willst mir erzählen, wie Jesus gestorben ist. Ich erinnere mich auch an diesen Tag. Aber ich bin gespannt, wie du ihn erlebt hast.“
Primus nickt leicht. Dann nimmt er eine Tonscherbe aus seinem Beutel, betrachtet sie von allen Seiten und reicht sie Markus. „Es ist ja die Geschichte eines Tages, den wir beide erlebt haben. Halte du ruhig meinen Erinnerungsstein in der Hand.“ Primus geht langsam und gebückt noch einige Schritte. Dann bleibt er stehen und beginnt zu erzählen:
„Wir waren unterwegs, wir Soldaten. Pontius Pilatus hatte uns rufen lassen. Gegen Mittag waren wir dann mit unserem Gefangenen Jesus auf dem Weg nach Golgota hinauf. Du erinnerst dich sicher an den Ort: hoch oben zwischen den Felsen. Nicht nur Jesus sollten wir dort kreuzigen. Wir sollten auch noch zwei weitere Verbrecher töten. Auf dem Weg den Berg hinauf hielten uns immer wieder Leute an, die Jesus helfen wollten. Einer trug sogar sein Kreuz ein ganzes Wegstück. Und eine Frau stand am Wegrand, die Jesus ein Tuch gab, damit er sich den Schweiß von der Stirn wischen konnte.“
Markus nickt: „Die Frau hieß Veronika. Ich kannte sie gut. Und ich war bei den Menschen, an denen ihr Jesus vorbeigeführt habt. Ich erinnere mich: Jesus sah ruhig aus, gar nicht so wie einer, der große Angst hat. Dabei hatte er doch eine schreckliche Nacht hinter sich: er war zwar noch lange mit seinen Freunden am Ölberg zusammen, aber er muss sich schrecklich gefürchtet haben. Und dann wurde er gefangen genommen und zum Tod verurteilt. Nein, das konnte ich nicht verstehen, dass er so gelassen wirkte.“
Primus schaut auf seine Füße hinunter: „Es war nicht richtig, was wir gemacht haben. Das weiß ich. Aber es war eben unsere Aufgabe. Was sollten wir machen, als Soldaten des römischen Kaisers? Wir haben die Verbrecher also nach Golgota gebraucht und gekreuzigt. Über Jesus haben wir uns lustig gemacht. Schließlich sagten die Leute, er sei der König der Juden. Das haben wir dann aus ihm gemacht: wir haben ihm eine Krone gebastelt und ein Schild an das Kreuz genagelt. Die Krone haben wir aus Dornenzweigen gemacht und auf das Schild haben wir geschrieben: „Jesus von Nazareth. Der König der Juden.“ Einer meiner Freunde hatte einen Würfelbecher dabei. Jesus hatte ja kein Geld dabei und auch sonst nichts Wertvolles. Aber sein Gewand, das konnten wir gebrauchen. Wir haben ein Würfelspiel gespielt und der Gewinner konnte das Gewand mit nach Hause nehmen. “
Markus hört Primus zu. Er muss weinen. Jesus ist schließlich sein Freund. Wenn er daran erinnert wird, wie Jesus damals getötet wurde, wird ihm auch nach vielen Jahren noch schwer ums Herz. Er drückt mit seiner Hand fest den Stein in seiner Hand. Der Stein fühlt sich hart und kantig an, aber die Hand hat ihn erwärmt und er ist nicht mehr kalt.
Die Sonne ist untergegangen. Im dunklen Schatten der Häuser verabschieden sich Primus und Markus.

 

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