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7. Jesus zieht in Jerusalem ein

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Primus und Markus ruhen im Schatten des Vordaches. Sie haben bei Julia zu Mittag gegessen. Julias kleiner Sohn Quintus malt mit einem Stock ein Muster in den Staub. Es ist heiß in Rom und die Mittagssonne brennt vom Himmel. Quintus wird langweilig. Er wartet schon einige Zeit auf die Geschichte, die Primus ihm versprochen hat. Markus weiß ja immer spannende Geschichten zu erzählen. Ob Primus´ Geschichten auch so spannend sind? Schließlich war er ja ein echter Soldat! Da muss man eine Menge erlebt haben! Und ob er wohl ein echtes Schwert hatte? Quintus hält es nicht mehr aus: leise schleicht er zu Primus hin und tritt extra laut mit den Füßen auf.
Primus blinzelt und streckt sich. Er sieht Quintus, der neugierig zu ihm herüber schaut. Als der Junge sieht, dass der alte Mann aufgewacht ist, kommt er angerannt und kuschelt sich neben ihn: „Erzähl mir eine Geschichte!“, bittet er. „Aber es muss eine besondere sein.“ Auch Markus reckt und streckt sich. Er zwinkert Quintus zu: „Ja, Primus, eine Geschichte wäre jetzt auch für mich genau das Richtige.“
Primus greift in seinen Beutel und zieht einen grünlich glitzernden Stein heraus: „Das ist vielleicht etwas für dich, Quintus“, sagt er. Dann beginnt er zu erzählen: „Eines Tages wurde ich in der großen Stadt Jerusalem den Wachen zugeteilt. Ich durfte helfen, das Stadttor zu schützen. Du kannst dir vorstellen, Quintus, dass das eine spannende Aufgabe für mich war: da kamen Händler durch das Tor und brachten ihre Waren auf Eseln; es kamen Fremde von allen Enden der Erde und Menschen aus den Dörfern, die Bekannte besuchten. Sie alle mussten wir im Blick haben und kontrollieren, das Stadttor musste geöffnet und geschlossen werden und nicht selten kam es dann zum Streit zwischen uns Wachen und Menschen, die doch noch schnell in die Stadt hinein oder aus ihr herauswollten.“ Primus reißt ein Ästchen von dem Busch ab, in dessen Schatten die beiden Männer mit Quintus sitzen. „Nun stell dir vor, Quintus: eines Tages sehe ich einen ganzen Zug von Menschen auf die Stadt zukommen. Natürlich wollten wir das Tor schließen- schließlich konnten wir nicht wissen, was diese vielen Menschen im Schilde führten. Aber als sie näher kamen, sahen sie nicht wie gefährliche Angreifer aus. Sie waren nicht bewaffnet, sondern sangen und riefen immer wieder ein jüdisches Lied. Vielleicht hatte das etwas mit dem großen Fest der Juden zu tun, dem Pessach, das einige Tage danach gefeiert wurde. Sie riefen also immer wieder „Hosanna, gesegnet sei der kommt im Namen des Herrn!“ Das habe ich mir gemerkt und habe noch oft an den komischen Zug der vielen Menschen denken müssen. Sie sangen nicht nur. Sie legten auch ihre Kleider wie einen Teppich auf dem Weg vor dem Stadttor aus. Das sah schon seltsam aus. Manche hatten auch Zweige von den Bäumen abgerissen. Nicht so ein kleines Zweiglein, wie ich es hier in der Hand halte- sondern richtig große Zweige, die sie wie Fahnen schwenkten.“ Primus wedelt leicht mit dem Ästlein, das er in der Hand hält.
„Und warum das Ganze?“, fragt Quintus. „Es hört sich an, als wären die Leute verrückt geworden! Stellt euch mal vor, ich würde mich hier ausziehen und meine Kleider auf den Boden legen und mit Zweigen wedeln!“, Quintus lacht.
„Ja, das war merkwürdig. Die Menschen machten zwar merkwürdige Sachen, aber sie sahen trotzdem nicht so aus, als wären sie verrückt geworden. Ihren Kleiderteppich hatten sie nämlich für eine besondere Begrüßung ausgelegt. Auf einem Esel kam ein Mann über den Kleiderteppich in die Stadt geritten. Bis zum Tempel ritt er. Ihn begrüßten die Menschen mit den Zweigen! Wegen ihm sangen und riefen sie so laut. Er muss für sie etwas ganz besonderes gewesen sein.“
Markus nickt langsam. Er scheint über etwas nachzudenken. Dann sagt er: „Der Mann von dem du erzählst, Primus: war das vielleicht der Mann, von dem auch deine anderen Geschichten erzählen?“
Primus nickt.
„Ich glaube ich kenne ihn.“, sagt Markus langsam. „Und du hast Recht: es war ein ganz besonderer Mann. Ich war einer der Menschen in dem langen Zug, der damals durch das Stadttor kam, das du bewacht hast. Vielleicht haben wir uns auch dort schon einmal gesehen. Und der Mann auf dem Esel, der war mein Rabbi. Sein Name war Jesus von Nazareth.“

 

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