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10. Jesus lebt

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Die Sonne scheint hell auf Primus´ Gesicht. Der alte Mann hat die Augen geschlossen und sitzt auf einem warmen Stein auf einem Hügel am Stadtrand von Rom. Hier hat er sich heute mit seinem Freund Markus verabredet. Primus hält die Augen geschlossen. Manchmal blinzelt er kurz, um zu schauen, ob Markus ihm schon entgegenkommt. Aber der Weg hinauf auf den Hügel ist noch leer. Wenn Primus die Augen schließt, sieht er bunte Farbkreise und helle Lichter durch seine geschlossenen Augenlider.
Kurze Zeit später hört er schlurfende Schritte. Er öffnet die Augen. Markus steht vor ihm und lächelt ihm zu: „Guten Morgen, Primus! Wartest du schon lange auch mich?“, fragt er. Primus schüttelt den Kopf. „Der Weg war lang für meine alten Knochen“, sagt Markus und klopft sich auf die Beine. Er setzt sich neben Primus auf den Stein und genießt die Stille. Der Blick reicht weit über die Stadt, die Sonne steht schon hoch am Himmel und eine kleine Heuschrecke landet mit einem Satz direkt neben Markus´ Füßen. „Erzähl du heute zuerst, Primus“, bittet Markus „Ich bin immer noch ganz außer Puste von dem langen Marsch.“ Primus nickt zustimmend. Er öffnet die Bänder seines Beutels und nimmt einen glatten, schneeweißen Stein heraus. Zärtlich streicht er die Oberfläche: „Das ist mein Wunderstein. Er erinnert mich an einen großartigen Augenblick. Erinnerst du dich an den Garten? Den Garten, in dem Jesus beerdigt wurde?“ Markus nickt. „Ich könnte dir auch nach so vielen Jahren noch die Stelle zeigen, an der das Grab war.“ Primus wiegt nachdenklich den Kopf: „ Ja, ich glaube, die Stelle würde ich auch wiederfinden. Jesus wurde ja so begraben, wie es dort üblich war: in einer Höhle im Felsen. Ich erinnere mich, dass ein Mann damals bei Pontius Pilatus nachfragte, ob er wohl den Toten vom Kreuz beerdigen dürfte. Pontius Pilatus ließ mich rufen und ich wurde dazu befragt und habe es erlaubt. Warst du vielleicht der Mann, der damals fragte? Schließlich warst du ja einer seiner besten Freunde.“ Markus schüttelt den Kopf: „Nein, nein. Aber ich kannte ihn. Er hieß Josef.“ Markus bückt sich langsam und lässt einen kleinen Käfer auf seine Hand krabbeln. Dann schaut er auf die schillernden Flügel des kleinen Tieres. „Es war ja einiges zu tun nachdem Jesus gestorben war. Die Frauen haben uns geholfen: eine von ihnen hieß Salome.“
„Salome- richtig.“, Primus schaut nachdenklich auf das Käferchen, das über Markus` Handrücken krabbelt. „Du kanntest die Frau?“, fragt Markus. „Ja. Ich habe sie damals getroffen, am Grab. Jesus hatte mich beeindruckt. Ich hatte gesehen, wie stark und stolz er war. Ich hatte erlebt, wie er von Gott gesprochen hat. Sogar am Kreuz hat er noch mit seinem Gott gesprochen und ihn „Papa“ genannt. Da hatte ich als Römer so viele Götter: einen Gott des Krieges und einen Gott der Ernte, eine Göttin der Liebe und einen Gott des Meeres. Aber einen Gott der für mich ein Papa ist? Den hatte ich nicht. Es hat mir gefallen, dass Jesus so von seinem Gott gesprochen hat.
Und weil Jesus mich so sehr beeindruckt hatte, bin ich am nächsten Tag zu seinem Grab gegangen. Das war mir wichtig. Da kam mit Salome entgegen. Sie war am Grab gewesen, war aber sehr aufgeregt und konnte gar nicht genau erzählen, was ihr dort geschehen war. Ich wunderte mich und ging gemeinsam mit ihr zurück zum Grab. Der Stein lag nicht mehr vor der Höhle. Der Stein, der das Grab verschlossen hatte wie eine Tür. Die Höhle war leer. Jesus lebte! Er war auferstanden.“
Primus schaut in die Sonne. Der kleine Käfer auf Markus´ Hand trippelt einige Schritte nach vorne, breitet die Flügel aus und fliegt davon.

 

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