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1. Markus trifft Primus

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Ein warmer Tag. Seit Wochen hat es nicht richtig geregnet. Markus versucht, im Schatten der Häuser zu laufen, aber das ist in Rom nicht leicht: viele Menschen sind auf den Hauptstraßen unterwegs und die Stände der fliegenden Händler versperren oft den Weg. Markus muss einem Mädchen ausweichen, das mit Freunden auf der Straße einen Kreisel tanzen lässt. Plötzlich nimmt der Junge ihm den Kreisel aus der Hand und rennt davon. Das Mädchen verfolgt ihn, ist aber erst fünf oder sechs Jahre alt und hat keine Chance im Wettlauf gegen ihren großen Freund. „Jung müsste man noch einmal sein“, seufzt Markus und setzt sich auf einen Randstein, um kurz zu verschnaufen. Ein alter Mann ist er und auch wenn er nun schon viele Jahre in Rom lebt, fühlt er sich hier nicht zu Hause. Als Kind hat er auch Kreisel tanzen lassen. Das ist viele Jahre her. Damals lebte Markus mit seinen Eltern und Geschwistern in Israel. Als junger Mann hat Markus sich auf die weite Reise nach Rom gemacht. Eine Reise so lang- beinahe bis an die Enden der Erde. Warum? Um zu erzählen von Jesus: davon, dass er auch ein junger, starker Mann war, der die Menschen begeisterte. Davon, dass er Kranke heilen konnte und Wunder geschehen ließ. Und davon, dass man Gott ganz nahe kam, wenn man in seiner Nähe war.

Primus schaut hinüber zu einem alten Mann, der sich auf einen der Randsteine gesetzt hat. „Er ist genauso erschöpft wie ich.“, denkt er. Ein Kreisel fällt ihm vor die Füße: er ist einem Jungen aus der Hand gefallen, der die Straße hinaufgerannt kam. Dem Jungen folgt ein kleines Mädchen. Es schwitzt in der Hitze des Tages und hat einen roten Kopf vom schnellen Laufen. „Das ist meiner!“, sagt das Mädchen. Der Junge zuckt die Schultern und schlendert langsam davon. Primus drückt dem Mädchen den Kreisel in die Hand. „Meine Hände zeigen wie alt ich bin“, denkt er. Sie sind rau und faltig und an der linken Hand sieht man eine große Narbe. Sie erinnert Primus immer daran, dass er als junger Mann Soldat in einer Legion des römischen Kaisers war. „Lange ist das her“, denkt er. Neben dem alten Mann am Straßenrand setzt auch er sich. Das Laufen fällt ihm schwer.
Markus war in Gedanken versunken. Als Primus sich setzt, schaut er kurz auf und nickt dem Fremden zu. „Er wird so alt sein wie ich. Sicher hat er vieles erlebt und viel zu erzählen. Was das wohl für Geschichten sind?“ Markus bückt sich und hebt einen schwarzen Stein auf. Langsam lässt er ihn zu den anderen Steinen in einen Beutel rutschen. „Darf ich dich fragen, was du mit dem Stein machst?“, fragt Primus neugierig. „Jeder Stein erinnert mich an etwas“, antwortet Markus. „Und gerade dieser Stein soll mich an diesen Tag heute erinnern: an die Hitze und das mutige Mädchen, dass seinen Kreisel von dir zurückforderte, obwohl es dich gar nicht kennt. Weißt du, wir sind alt- du und ich. Vielleicht ist dieser Tag unser letzter Lebenstag. Vielleicht ist genau dieser Tag ein ganz besonderer Tag. Wer weiß. Daran, dass jeder Tag ein besonderer sein kann, soll mich dieser Stein erinnern.“ Primus nickt ihm zu und zieht einen Beutel hervor, den er an seinem Gürtel befestigt hat. „Schau: ich bin auch ein Geschichtensammler wie du. Jeder Stein in meinem Beutel erinnert mich an einen besonderen Tag. Davon will ich dir gerne erzählen.“ Markus nickt. „Einverstanden. Und ich erzähle dir meine Geschichten.“, sagt er. „Sicher gibt es für uns beide vieles zu entdecken. “

 

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